QR-Code als Zahlungsinformation nutzen

Die Zahlungsform Überweisung scheint immer mehr und mehr auszusterben – unter anderem weil andere Anbieter es den Endkunden um ein vielfaches einfacher machen. Hier ein kurzer Artikel, wie es auch anders geht…

Warum noch auf Überweisung setzen?

Die Antwort ist simpel. Kosten. Ich musste selbst mit erschrecken feststellen wie viel Geld eigentlich Paypal oder Stripe kostet. Bei 5000€ Umsatz zahlt Ihr bereits 125€ an Gebühren, wenn Ihr weniger als 2000€ pro Monat umsetzt.

So viel Zahle ich nicht mal im Jahr an Bankgebühren bei der Sparkasse und dort habe ich noch Ansprechpartner vor Ort, einen Bearbeiter und einen Firmensitz in „good old germany“. Anstatt einen amerikanischen Anbieter der im Zweifel immer für den Kunden entscheidet.

Was sind die Alternativen oder Lösungen?

Nun ja, da gibt es einige. Aber so ziemlich alle wollen zwischen 1-3 % vom Umsatz oder 1-5€ pro Transaktion. Man muss sich also gut überlegen, wann man solche Zahlungsarten anbieten möchte. In meinem Fall ist es wichtig in manchen Fällen Zahlungen auch kurzfristig direkt auf dem Konto zu haben. In Deutschland sind Kreditkarten immer noch nicht so weit verbreitet wie gewünscht, also kommt hier nur Paypal in Frage (höchste Abdeckung in Deutschland).

Paypal nur dann anbieten, wenn es zeitkritisch wird

Mittlerweile biete ich Paypal nur noch Kunden an, wenn der Auftragsbeginn kurz bevor steht (1-5 Tage vor Beginn). Warum sollte ein Kunde der in 6 Wochen etwas benötigt mit Paypal zahlen müssen? Nicht notwendig. Eventuell ist der etwas bequemere Kunde etwas genervt, aber er hat bereits den Auftrag bestätigt.

Überweisung interessanter machen

Im neuen Jahr 2019 gehe ich ebenfalls den Schritt in Richtung QR Code. Ich habe mich bis vor kurzem davor gesträubt, da ich nie einen schönen Use-Case finden konnte, bis heute. Immer mehr Banking Apps und Webseiten bieten die Fotoüberweisung, QR-Code, GiroCode an. Hierbei werden beim hochladen des QR-Codes oder dem Scannen direkt in der App alle nötigen Daten wie IBAN, BIC, Betrag, Betreff und Besitzer eingetragen.

Das erste mal habe ich so einen Code vor 6 Monaten mit meiner KFZ-Versicherung genutzt. Die Rechnung kam an und auf dem Brief befand sich ein QR Code, also meine Banking App geöffnent und es hat doch tatsächlich funktioniert. Kein vertippen mehr, nerviges eintippen der ewig langen IBAN oder verfassen von 3 (ja – manche möchten Kundennummer, Auftragsnummer UND Name – warum auch immer o.O) benötigten Werten im Betreff, damit der Empfänger es auch automatisch zuordnen kann.

EPC-QR-Code

Ein EPC QR Code ist ein vom European Payments Council standardisierter Datensatz, der alle Daten für eine SEPA-Überweisung enthält, und mittels QR-Codierung maschinenlesbar ist. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/EPC-QR-Code)

Das ganze gibt es schon seit knapp 4 Jahren, sehe ich aber erst auf wenigen Rechnungen meiner Lieferanten. Digitales in Deutschland – immer noch in den Kinderschuhen. Es gilt nur zu hoffen das die Banken jetzt in Europa und Deutschland nachrüsten und nicht nur Applepay und Googlepay bei sich einführen und Daten an externe abgeben, sondern eigene Lösungen entwickeln.

Warum zahlen so viele Kunden über Paypal, Amazonpay, Applepay, Googlepay etc. ? Ganz einfach, weil es einfach ist. Das muss nicht immer gleich unsicher sein. Und das Risiko bei kleinen Beträgen wird schon seit Jahren in anderen Ländern/Kontinenten in Kauf genommen (Australien, USA, China etc.)

Implementierung vom SEPA QR-Code

Wie also setzen wir das ganze im. Ich bin im Netz auf das Repository sepa-qr-php gestoßen. Das Repository ist sehr clean gehalten und verwendet zwei weitere Sourcen (bacon/bacon-qr-code und endroid/qr-code).

composer require smhg/sepa-qr

Danach können wir das Object einfach in einem Controller erzeugen und unseren QR Code generieren. Ihr könnt eure Bankdaten als Enum ablegen oder in der .env Datei, falls Ihr Sie an mehreren Stellen benötigt oder unterschiedliche Bankdaten pro Land habt.

$sepaQr = new SepaQr();

$info = $object->getId().' - '.$object->getOrder()->getLastname();

$sepaQr
    ->setLabel($info)
    ->setName('Micha Hobert')
    ->setIban('DE77777555555599999999444')
    ->setBic('SKDI8239293')
    ->setAmount(intval(getenv('FEE'))*$object->getQuantity())
    ->setInformation($info)
    ->setSize(300);

header('Content-Type: ' . $sepaQr->getContentType());
echo $sepaQr->writeString();

Das Ergebnis ist schnell erreicht und sieht wie folgt aus (ich habe 3 schwarze Balken für’s entfernen der Daten benutzt)

IBAN QR-Code

Schon können eure Kunden direkt aus der Mail den Code einscannen oder das Bild mit Rechtsklick speichern und als Fotoüberweisung nutzen.

QR Code direkt vom Monitor scannen
Daten direkt in der Banking APP


Die Sparkasse nennt das ganze „GiroCode“ und hat dafür scheinbar auch ein Unternehmen gegründet mit den Bankvereinen (https://www.girocode.de/rechnungssteller/anmelden/) – das kostet aber scheinbar auch wieder Geld. Also lieber selbst machen 😉

Die obige Variante wird im Web ausgespielt – Ihr könnt euch natürlich den Content holen, speichern und dann per E-Mail versenden. Ich werde allerdings erstmal mit der Webvariante fahren und per Log prüfen, wer diese Variante der Zahlung genutzt hat (Ihr könnt hierfür auch einfach einen extra Text im Betreff mitgeben (z.B. 190001 – Hobert – QR).

Fazit

Das neue Jahr wird zeigen wie viele den QR Code nutzen und ob ich bei Zahlungen auch ohne Papypal die gleiche Conversionrate habe. Vom Konzept bin ich überzeugt, denn ich bin es Leid Unternehmen wie Paypal das Geld in den Rachen zu werfen, wenn ich als Anbiete sowieso nie Recht bekommt oder in der Beweispflicht bin.

Ich bin gespannt und hoffe auf Feedback zum Thema in den Kommentaren.

Eine Antwort auf „QR-Code als Zahlungsinformation nutzen“

  1. eine schöne Sache, aber wenn ich das in WordPress installiere erhalte die Fehlermeldung keine gültigen Plugin Dateien.
    Ich habe github auch eingebunden. Ich möchte aber keine Veränderungen im WordPress Quellcode vornehmen die ich nicht selbst kontrollieren kann.
    Deswegen kommt für mich nur ein Plugin das auch mit WordPress funst.
    Nach meiner Suche gibt es im WordPress Pluginrepo zwar ein Plugin, aber der Autor outet sich nicht. Mysteriöse Sache.
    Gerade mit sensiblen Daten muss man immer auf der sicheren Seite sein

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